Dienstag, 8. März 2022

Florida: Drei ganz besondere Hotels

Ein pinker Palast mit tragischer Geschichte

Das Don Cesar in St. Petersburg an Floridas Golfküste ist innerhalb des Sunshine States deutlich bekannter unter seinem Spitznamen „The Pink Palace“. So unwirklich das farbenfrohe Gebäude in der heutigen Zeit wirkt, so bewegend ist die Geschichte hinter der Erbauung. Der feine, weiße Puderzuckerstrand inspirierte Thomas Rowe, hier seiner verlorenen Liebe mit einem Hotelpalast am Strand ein Denkmal zu setzen. Er hatte zuvor in England die spanische Opernsängerin Lucinda kennengelernt und sich unsterblich verliebt. Die beiden trafen sich jede Nacht an einem Brunnen, was beider Eltern missfiel. Als die Familie der Angebeteten von dem Verhältnis erfuhr, musste sie zurück nach Europa. Rowes Briefe an sie kamen nie an. Nur die letzte Nachricht von Lucinda erreichte ihn, als sie bereits im Sterben lag: „Das Leben ist unendlich. Wir treffen uns wieder am Brunnen. Aber nicht in diesem Leben.“ Rowe wurde schwer krank. Sein Arzt empfahl ihm das Klima an der Westküste Floridas, wo er schließlich das Monument seiner verlorenen Liebe errichten ließ. Obwohl drei Mal so teuer wie geplant, wurde der „Pink Palace“ ein kommerzieller und gesellschaftlicher Erfolg. Nur Rowe wurde nie wieder ganz gesund. In der Lobby starb er 1940 nach einer Herzattacke vor der Nachbildung des Londoner Liebesbrunnens – an gebrochenem Herzen.

The Blanche – Floridas erster Aufzug

Das The Blanche ist nicht auf Grund seiner Form einzigartig. Denn diese ist eher klassisch-luxuriös. Doch 1902, mit der Errichtung des Hauses in Lake City im Norden Floridas, erhielt der Sunshine State seinen ersten Aufzug.  Ganz aktuell wird das dreistöckige Hotel im Rahmen eines Revitalisierungsprojekts auch Mietwohnungen sowie Büro- und Einzelhandelsflächen anbieten. Das historische Hotel hat die Geschichte der Region von Columbia County entscheidend mitgeprägt. Erbaut vom Architekten Frank Pierce Milburn, einem angesehenen lokalen Architekten, der zu dieser Zeit das größte Architekturbüro im Süden leitete, wurde das Hotel sofort zu einem glamourösen und beliebten Anlaufpunkt in Florida. Das Haus zog Persönlichkeiten wie Johnny Cash und Al Capone an, die zu den Stammgästen gehörten.

Das Einschussloch in Al Capones Suite

Im Südwesten der Metropole Miamis, genauer gesagt im Bezirk Coral Gables, erhebt sich das The Biltmore Miami mit seinem alles überragenden 16 Etagen hohen Turm mit Kupferverkleidung – eine Kopie des Giraldaturms in der Kathedrale von Sevilla. Die sich über zwei Etagen erstreckende Everglades Suite im 13. Stockwerk ist aufgrund der handgemalten Deckenfresken mit Szenen der tropischen Feuchtgebiete Floridas legendär, aber auch für einen ihrer Stammgäste berühmt. Der Gangster Al Capone betrieb während der Prohibition in dieser Suite eine illegale Kneipe. Davon zeugen noch heute ein privater Aufzug sowie eine Geheimtreppe. Einschusslöcher in Kamin und Wänden sind weitere Beweise der berüchtigten Abenteuer Capones. Vom Balkon aus blickt man hinunter auf eine weitere Berühmtheit des Hauses: Der rund 2.270.000 Liter Wasser fassende Swimming Pool – nach Erbauung der größte der USA. Hier war der berühmte Johnny Weissmüller einst „Swimming Instructor“, bevor er in Hollywood durchstartete. Das Hotel wurde 1996 als Nationales Historisches Gebäude ausgezeichnet, einem besonderen Titel, der nur gut 2.500 Gebäuden in den USA verliehen wurde.


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